Ich stehe mit dem Rücken an der Wand. Ich kann mich nicht bewegen. Meine Augen sehen nur schwarz und mein Atem wird schwer. Meine Beine halten mich nicht mehr- ich setze mich. Ich versuche meinen Kopf zuheben, doch er ist zu schwer. Kalter Schweiß läuft an meiner Stirn entlang, ich schmecke ihn auf meiner Zunge. Meine Venen weiten sich und mein Blutdruck steigt. Ich fühle jeden Herzschlag in meinem Kopf- klar und deutlich.

Sekunden der Besinnung- was für andere ein Alptraum ist, bedeutet für mich “Leben”! In diesen Momenten fühle ich, wie ich am Leben bin. In diesen Sekunden weiß ich, dass ich nicht tot bin.

Ich lege meinen Kopf in den Nacken. Ich öffne meine Augen und sehe den blauen Himmel! Er ist klar und ruhig- er beruhigt mich. Ich hole tief Luft… Es tut gut! Ich hebe wieder meinen Kopf und blicke umher.

Ich suche dich. Ich habe dich verloren, während meine Beine mich nicht mehr halten konnten drückte ich dich zur Seite. Ich will nicht das du mich so  erleben musst. Für einen kurzen Moment verliere ich mich, da ich dein vertrautest Gesicht nicht finde, doch nach wenigen Sekunden habe ich dich wieder. Und während ich mich an deiner Schulter anlehne, merke ich wie viel du mir gibst.

Wir stehen auf. Hand in Hand. Und nichts hat sich geändert.

Verfasst am 05.07.07